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Wer Litauen nach einer reizvollen Fahrt durch die Wald- und Seenlandschaft der Masuren erreicht, wird meist die Gelegenheit zu einem Abstecher in die zweitgrößte Stadt des Landes, Kaunas, haben. Zwischen den Weltkriegen Hauptstadt Litauens, hat sich die Stadt an der Memel bis heute diesen inoffiziellen Status erhalten. Besonders empfehlenswert ist die Besichtigung der Altstadt „Senamiestis“, in der sich auch das Rathaus befindet, das wegen seiner Farbe und Gestalt auch „Schwan“ genannt wird. Die Kathedrale der Stadt gilt als größtes gotisches Bauwerk Litauens.
Zudem verfügt Kaunas über ein Museum der besonderen Art – das Teufelsmuseum. In Litauen gilt der Teufel nicht als Verkörperung des Bösen, sondern eher als „Trickser“, der den Menschen zuweilen auch hilft. Teufelsstatuen und -abbilder sind allenthalben zu finden. Vilnius, die Hauptstadt des südlichsten und größten baltischen Landes wurde einst auch als „Baltisches Jerusalem“ bezeichnet – Indiz für die hier lebende große jüdische Bevölkerungsgruppe. Zahlreiche Synagogen blieben bis heute erhalten und künden neben Kirchen und Kathedralen von den Einflüssen litauischer, jüdischer und polnischer Kultur.
1316 von Großfürst Gediminas gegründet, wurde Vilnius mit Unterstützung deutscher Kolonisten erbaut. Bis zur Besetzung durch sowjetische Truppen lebten hier auch zahlreiche Polen. Die 360 Hektar umfassende Altstadt zählt zu den größten und besterhaltenen Europas und gehört seit Mitte der 90er Jahre zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders imposant ist die klassizistische Kathedrale mit ihrem von sechs weißen Säulen getragenen Portal. Ohne den Glockenturm in unmittelbarer Nähe, würde sie an die Nachbildung eines griechischen Tempels erinnern.
Die meisten Barock- und Renaissancegebäude der Innenstadt entstanden im 15. bis 18. Jahrhundert. Gotisches Prunkstück des auch als „Rom Osteuropas“ bezeichneten Vilnius ist die Annenkirche, deren Fassade aus über 30 verschiedenen Ziegelsorten gebaut wurde. Den Höhepunkt barocker Sakralbauten bildet die Peter-Paul-Kirche, in deren Innerem über 2000 Figuren biblische und Weltgeschichte verkünden. Als religiöses Zentrum des Landes fungiert die Kazimirkirche, benannt nach dem Nationalheiligen des Landes Prinz Kazimir. Im Universitätsviertel, dem „Alma Mater Vilensis“, fühlt sich der Besucher dagegen wie im sonnigen Italien; viele der Gebäude und Innenhöfe verströmen das Flair italienischer Renaissance.
| Monat | Jan | Feb | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Temp. max. °C | -5 | -3 | 1 | 12 | 18 | 21 | 23 | 22 | 17 | 11 | 4 | -3 |
| Temp. min. °C | -12 | -10 | -7 | 2 | 7 | 11 | 12 | 12 | 8 | 4 | -1 | -7 |
| Sonnenstunden | 1 | 2 | 5 | 6 | 9 | 9 | 9 | 8 | 6 | 3 | 1 | 1 |
| Regentage | 20 | 17 | 15 | 13 | 7 | 12 | 11 | 13 | 13 | 15 | 17 | 21 |
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