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Wer das Allgäu besucht, befindet sich in Bayern und auch wieder nicht. Politisch zuständig für eines der schönsten bayerischen Urlaubsgebiete ist die Münchner Staatskanzlei, in Sprache, Brauchtum und selbst Bauweise sind die Allgäuer allerdings viel mehr den württembergischen Schwaben verwandt.
Die zentralste und abwechslungsreichste Landschaft des Allgäus ist das Illertal zwischen der „Hauptstadt“ Kempten und Oberstdorf. In Kempten sollte man einen Besuch der Stiftsstadt einplanen, in der sich auch die einstige Residenz der Fürstäbte befand. Von der Neu- in die Altstadt führt die Klostersteige, an die sich die Flaniermeile Fischersteige anschließt. Vom „obersten Dorf“ des Allgäus – Oberstdorf – führt eine Kabinenbahn hinauf zum Nebelhorn, von dem sich ein überwältigender Blick auf die Alpen bietet. In einem Atemzug mit Oberstdorf nennen Touristen aus aller Welt Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen.
In Berchtesgaden lohnt sich nicht nur ein Bummel über den mittelalterlichen Markt, sondern auch durch das prächtige Schloss der Wittelsbacher in unmittelbarer Nähe, oder ein Ausflug zum reizvollen Königssee. Von Garmisch-Partenkirchen oder dem „Zugspitzdorf“ Grainau aus, führen verschiedene Berg- oder Seilbahnen hinauf zur Zugspitze, des mit knapp 3000 Metern höchsten Punktes Deutschlands. Nördlich des beliebtesten deutschen Wintersportortes empfiehlt sich ein Besuch von Oberammergau, weithin bekannt für die alljährlich aufgeführten Passionsspiele. Während eines Rundganges fallen besonders die phantasievoll bemalten Häuser ins Auge, Ausdruck der hier gepflegten „Lüftlmalerei“.
Idealer Ausgangspunkt für die Besichtigung der Traumschlösser Ludwig II. – Neuschwanstein und Hohenschwangau – ist der Luftkurort Füssen im Ostallgäu. Statt des beschwerlichen Aufstieges kann man sich per Pferdekutsche zum Refugium des Märchenkönigs fahren lassen. Auf der Deutschen Alpenstraße führt die Reise zum Chiemsee, dem größten bayerischen See. Vom Hafen Prien aus geht es per Schiff auf die Insel Herrenchiemsee, auf der Ludwig II. das „Neue Schloss“ errichten ließ, in großen Teilen dem französischen Versailles nachempfunden.
Ein weiteres steinernes Dokument des Bayernkönigs befindet sich am Starnberger See, wo sich Ludwig bis zu seinem sagenumwobenen Tod aufhielt. Wenige Kilometer westlich bildet der Ammersee den Ausgangspunkt für eine Besichtigung des Klosters Andechs. Der Wallfahrtsort mit seinem berühmten Benediktinerkloster und der spätbarocken Kirche ist auch wegen seines berühmten Klosterbieres einen Abstecher wert.

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