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Der Thüringer Wald – das sind 700 Kilometer markierte Wanderwege mit dem 168 Kilometer langen Rennsteig, beschauliche Ferienorte in noch unberührter Natur, romantische Täler, beeindruckende Burgen und Städte, in denen Goethe, Schiller, Bach, Luther und viele andere ihre Spuren hinterließen. Die 300 Kilometer lange „Klassikerstraße“ führt durch das „Grüne Herz Deutschlands“ zu kulturträchtigen Orten wie Weimar, Eisenach, Jena und Meiningen. Der Rundkurs beginnt und endet in Eisenach. Vor allem durch das Wirken Luthers auf der Wartburg gelangte die Stadt zu Weltruhm. Hier übersetzte der Reformator die Bibel, hier fand vor 900 Jahren der berühmte Sängerwettstreit statt. Eisenach selbst ist reich an Museen – empfehlenswert sind ein Besuch des Lutherhauses, des Bachhauses am Frauenplan und des Automobilmuseums in der Wartburgallee.
Nicht weniger attraktiv wirbt die barocke Schlossanlage Friedrichstein mit dem gut erhaltenen Ekhoftheater in Gotha um Aufmerksamkeit. Im ehemaligen Pagenhaus ist das einzige Kartographische Museum Europas eingerichtet. Über das Burgenland der Drei Gleichen erreicht man die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt. Das Wahrzeichen der Altstadt bilden das Ensemble von Mariendom und Severikirche auf dem Domberg. Im mittleren der drei Domtürme befindet sich die „Maria Gloriosa“, eine der größten und klangvollsten Glocken der Welt. Vom Fischmarkt sind es nur ein paar Schritte zur berühmten Krämerbrücke – der längsten bebauten Brückenstraße Europas.
Als Klassikerstadt und Wirkungsstätte von Goethe, Schiller, Herder und Wieland erlangte Weimar Weltruf, konnte sich aber dennoch das Flair einer Kleinstadt erhalten. Ein Aufenthalt in Weimar ohne Besuch des Goethehauses am Frauenplan und des Schillerhauses (Schillerstraße 12) ist eigentlich unmöglich. Doch auch weniger „prominente“ Orte lohnen eine Stippvisite. Das Suhler Waffenmuseum dokumentiert den einstigen Ruf der Stadt als „Waffenkammer Europas“. Etwa 100 Büchsenmacher belieferten während des Dreißigjährigen Krieges alle miteinander verfeindeten Länder.
70.000 Spielzeuge aus aller Welt präsentiert das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg, wo bereits im 17. Jahrhundert mit der Herstellung von Spielwaren begonnen wurde. Für Freunde traditionsreicher Burgen empfiehlt sich die Gegend um Schleusingen, Schmalkalden und Schwarzburg, aber auch die Schlösser im Mittleren Saaletal. Von Schloss Heidecksburg in Rudolstadt über die Leuchtenburg bei Kahla, die Dornburger Schlösser bei Jena bis zur Rudelsburg bei Naumburg reihen sich die Zeugen einstiger Macht der Landesfürsten.
Mit dem 1214 Meter hohen Fichtelberg bei Oberwiesenthal erreicht das Erzgebirge seinen höchsten Punkt. Nicht nur, aber besonders in der Weihnachtszeit lohnt sich ein Besuch des Erzgebirges. Die Orte erstrahlen dann in prachtvollem Lichterglanz, das für die hier lebenden Bergleute einst Symbol für Leben und Hoffnung war. Das Osterzgebirge genießt seinen Ruf als Wanderparadies zu Recht. Über fast drei Dutzend Brücken dampft Deutschlands dienstälteste Schmalspurbahn von Freital-Hainsberg aus ins Osterzgebirge. In Altenberg empfiehlt sich ein Besuch des Bergbaumuseums und der Kräuterlikörfabrik, in der seit 1842 der berühmte „Gebirgsbitter“ hergestellt wird. Oberwiesenthal im Mittleren Erzgebirge bezeichnet sich als Dach der Region – hier steigt das Thermometer nur an 137 Tagen des Jahres aus dem Minusbereich. In der Geburtsstadt Adam Ries – in Annaberg-Buchholz – sollte man sich einen Besuch des gleichnamigen Museums vormerken. Im 15. Jahrhundert gehörte der Ort mit seinen fast 600 Silbergruben zu den reichsten Städten Deutschlands. Besonders in der Vorweihnachtszeit bietet das Spielzeugmacherdorf Seiffen ein faszinierendes Ambiente.
Nussknacker, Schwibbögen, Engel und Räuchermänner sind im örtlichen Spielzeugmuseum zu bewundern. Der Weg führt an der Bergkirche vorbei – einem achteckigen Rundbau, für den die Dresdner Frauenkirche als Vorbild diente. Liebevoll gepflegt werden die historischen Bergbautraditionen auch im Westerzgebirge. Auf derlei Spuren stößt man beispielsweise im Johanngeorgenstädter Museum „Pferdegöpel“ oder entlang des Bergbaulehrpfades in Schneeberg.

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