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Der Sage nach buhlten die Göttin Athene und der Meeresgott Poseidon um die Gunst der Bewohner der damals noch namenlosen Stadt. Beide sollten den Einwohnern je ein Geschenk machen – wer der Stadt das schönste Geschenk macht, sollte zum Namenspatron auserkoren werden. Poseidon schenkte der Stadt einen Brunnen. Dieser spuckte jedoch nur Salzwasser. Athenes Geschenk war ein Olivenbaum. Dieser spendete Nahrung, Olivenöl und Holz. Somit gewann Athene das Duell, und die Stadt wurde folgerichtig nach ihr benannt. Mit diesem sagenhaften Gründungsmythos wollten die antiken Stadtväter schon damals ihren späteren Hang zum Pragmatismus historisch begründen.
Der Überlieferung nach wurde Athen von König Kekrops I. gegründet. Die Stadt ist seit etwa 5000 Jahren kontinuierlich besiedelt und damit sicher eine der ältesten Siedlungen und Städte Europas. 1985 wurde Athen erste Kulturhauptstadt Europas. In die Liste des Weltkulturerbe der UNESCO wurde 1987 die Akropolis und 1990 das Kloster Daphni aufgenommen.
Der Göttin Athene zu Ehren wurde die Akropolis errichtet, dort bietet sich heute täglich folgendes Bild: Zischend öffnen sich die Drucklufttüren. Die Kameras schussbereit, den Reiseführer in der Hand, stürzen die Touristen aus den Bussen. Über steile Stufen geht es im Gänsemarsch nach oben. Der Marmor ist blankgewetzt von den zahllosen Tritten, die er tagein, tagaus über sich ergehen lassen muss. Aber auch der ätzende Athener Smog lässt den antiken Marmor langsam, aber sicher, zu Staub zerbröseln. Längst ist der Innenraum des Parthenon für Schaulustige gesperrt. Nahezu zwei Millionen Eintrittskarten werden jedes Jahr an der Akropolis verkauft.
Am Fuße der Akropolis befindet sich das zu Ehren des Gottes Dionysos im 5. Jahrhundert v. Chr. gebaute Theater. Anfangs bestand es nur aus einer flachen Orchestra (sogenannter „Tanzplatz“). Etwa um 410 v. Chr. wurden dann hölzerne Sitzreihen gebaut, die dann 330 v. Chr. durch steinerne ersetzt wurden und die Orchestra wurde mit Marmor verkleidet.

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