Sirmione am Gardasee
Blick auf Limone

Der Gardasee

Neben Aktivurlaubern mit unterschiedlichsten Sportambitionen, besuchen jährlich zahllose Touristen die Gegend um den Gardasee. Vormittags in mediterranem Flair frühstücken und schon wenig später aus alpiner Kühle auf Italiens größten See schauen – diese Klimasprünge sind nur hier möglich. 52 Kilometer lang und bis zu 346 Meter tief ist der Gardasee, bei dem nicht nur Surfer, sondern schon Geheimrat Goethe ins Schwärmen geriet.

Meteorologisch gesehen, müsste der See etwa 200 Kilometer südlicher liegen, denn die Temperaturen steigen bereits sechs Wochen vorher auf Werte, als eigentlich in diesen Breiten üblich. Als schönste Reisezeit gilt das Frühjahr, wenn die Natur eine nahezu unbeschreibliche Blütenpracht entwickelt. Wanderer und Genießer sollten sich den Herbst vormerken. Doch mittlerweile dreht sich das Touristenkarussell ganzjährig – fünf Millionen Urlauber, davon zwei Drittel Deutsche – bevölkern alljährlich die Hotels und Campingplätze am breiteren Ostufer oder die traditionelleren Herbergen im Westen und Norden.

Von Deutschland aus führt der Weg über den Brenner zum Nordufer des Sees nach Torbole. 2200 Einwohner leben hier, ein Vielfaches muss der gänzlich auf Surfer eingestellte Ort in den Sommermonaten verkraften. Wer der Hektik dieses Sportzentrums entfliehen möchte, wählt die Gardesana Occientale entlang des Westufers oder die gegenüberliegende Gardesana Orientale (Ostufer). Auf einer Länge von 44 Kilometern wurden 70 Tunnel entlang des Westufers durch die Felsen geschlagen – ein grandioses Erlebnis.

Unbedingt empfehlenswert ist ein Besuch von Malcesine am Ostufer des Gardasees. Gardasee-Romantik pur bieten die verwinkelten Gassen, in denen es in der Hauptsaison so gar nicht ruhig zugeht, und der Blick von der Scaliger-Burg auf den See ist unbeschreiblich. Am Ende einer Seilbahnfahrt zum Monte-Baldo-Massiv in 1720 Meter Höhe (Einstieg in Malcesine) bietet sich ein grandioser Panorama-Blick. Über Garda und Bardolino erreicht man Sirmione, eine schmale Landzunge am Südufer. Auch wenn man sich die malerische Altstadt, die Grotte di Catullo oder das Kastell der Scaliger mit Tausenden anderen Besuchern teilen muss, ein Espresso in den zahllosen Straßencafes, meist mit Blick auf den See, verleiht neue Kraft.

Italienische Grandezza versprühen die am Westufer gelegenen Orte Riva und Limone – traditionsreicher, etwas nobler und auch etwas ruhiger. Lediglich 50 Kilometer vom Südufer des Gardasees entfernt, lädt „Die Liebenswerte“ ein, wie Verona genannt wird. Neben den wuchtigen Ruinen des Römischen Theaters (10 n. Chr. erbaut) ist natürlich ein Besuch des Casa di Giulietta empfehlenswert, in dem sich das Schicksal des berühmtesten Liebespaares der Weltgeschichte – Romeo und Julia – erfüllte.

Nahezu unmöglich freilich ein Besuch des Gardasees ohne Abstecher nach Venedig. In Venedig ist immer Saison. Jährlich 15 Millionen Besucher kommen in die Lagunenstadt, fahren auf dem Canale Grande zur Piazza San Marco, der Basilika oder den Dogenpalast.

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