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Kein Küstenstreifen Europas bietet auf so kleinem Raum derartig viel Abwechslung hinsichtlich Landschaft, Klima und Kultur – das azurblaue Mittelmeer, schneebedeckte Alpen, mediterrane Pflanzen, dichte Gebirgswälder, römische Ruinen und glanzvolle Paläste.
Die drittkleinste Region Italiens wird zwar seit 150 Jahren als „italienische Riviera“ bezeichnet, doch neben den Badeorten San Remo und Portofino am Mittelmeer, lohnen auch die beschaulichen Bergdörfer im Landesinneren einen Besuch. Gebirgsketten wie die Alpen und der Apennin schieben sich dicht an die Küste heran – Ursache für klimatische Extreme auf engstem Raum. Auch im Winter sinken die Temperaturen um Genua selten unter 10 Grad.
Kulturinteressierte Besucher sollten das Frühjahr oder den Herbst als Reisezeit wählen. Eine Fahrt entlang der sich über 317 Kilometer erstreckenden Riviera-Küste führt immer wieder an felsigen Abschnitten vorbei, die sich ihren ursprünglichen rauen Charakter erhielten. Zu den Höhepunkten jeder Ligurienreise gehört ein Besuch des Klosters San Fruttuso bei Portofino oder der berühmten Clinque Terre. Die kleinen Dörfer wirken wie in die Felsenküste gemeißelt. Beschwerliche Anfahrtswege haben die steilen Gassen und schmalen Plätze bisher vor Massentourismus bewahrt.
Der in der Region gesprochene Dialekt ist übrigens auch für „normale“ Italiener nur schwer verständlich. Hauptstadt Liguriens ist Genua. Ihre Prachtbauten aus edlem Material brachten ihr schon vor Jahrhunderten den Beinamen „Die Stolze“ ein. Die Stadt selbst schmiegt sich in den Berghang oberhalb des Hafens und wirbt mit ihrer malerischen Altstadt (die größte Europas) und den dunklen, schmalen Gassen um die Gunst des Besuchers. Zu den prominentesten Genuesern gehört Andrea Doria. Zwar wird er als Retter Liguriens verehrt, tatsächlich aber war er ein cleverer Söldner, der sich 1528 zum Herrscher Genuas aufschwang.
Genua verfügt über 20 Marienkirchen, von denen eigentlich jede einen Besuch lohnt. Das symbolträchtigste Gebäude der Stadt ist der Palazzo San Giorgio, 1260 als Regierungssitz erbaut. Eine einstündige Hafenrundfahrt – stets in Sichtkontakt zum Leuchtturm Lanterna – vermittelt ein Bild vom quirligen Leben rund um den Hafen.

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