Vrsar an der kroatische Küste
Inselgruppe

Küste und Inseln

Besuchen heute vor allem Touristen aus aller Herren Länder die Kvarner Bucht, so waren es im Laufe der vergangenen Jahrhunderte die verschiedensten Eroberer. Im Mittelalter beherrschten die Byzantiner die Inseln, das Festland dagegen war fränkisch und später kroatisch. Dann bemächtigten sich die Venezianer der Inseln, während das Land erst ungarischer, dann habsburgischer Hoheit unterstand. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg ging die gesamte Kvarner Region an die Republik Kroatien über.

Im vornehmen Seebad Opatije, als Pendant zu Remo und Nizza gepriesen, erholten sich Kaiser und Künstler schon Anfang des vorigen Jahrhunderts. Unweit des Hafens befindet sich der Park der Villa Angiolina, die ein Patrizier aus dem nahen Rijeka für seine Gattin errichten ließ. Traditionshotels wie das »Kvarner« zeugen von einstiger und wieder neu entstandener Noblesse. Entlang der Lungomare – der zwölf Kilometer langen Promenade – sind die zahlreichen restaurierten Villen bemerkenswert.

Über eine repräsentative Hafenfront mit prachtvollen Fassaden der Gründerzeit, verfügt der einstige ungarische Seehafen Rijeka (Fiume). Entlang der Riva gelangt man nicht nur zu den historischen Hafenanlagen und Markthallen, sondern auch zu einem der interessantesten Gebäude der Stadt – der serbisch-orthodoxen Kirche Sveti Nikola. Lange vor der Riva wurde der parallel zu ihr verlaufende Korzo angelegt – die Flanierstraße Rijekas. Für einen Mocca zwischendurch empfiehlt sich das Cafe Filodrammatica, vor allem seine Innenräume im Stil altösterreichischer Kaffeehäuser.

Krk, einem Dreieck ähnelnd, ist mit über 400 Quadratkilometern die größte Adriainsel in der malerischen Kvarner Bucht. Zum Festland führt eine imposante Autobrücke. Von der Aussichtsplattform in Omisalj bietet sich ein traumhafter Blick auf die Riviera und die Küstenorte. Auf der Inselhauptstadt lohnen vor allem die Stadtmauern aus frankopaner Zeit einen Blick. Das bedeutendste Bauwerk der Insel ist die Kathedrale. Dem Rummel der Hafenpromenade kann man mit einem Rundgang durch die Altstadt entgehen. Hier befindet sich der Bischofspalast, das Straßenpflaster blieb seit Jahrhunderten unverändert.

Etwas beschaulicher geht es auf der Insel Cres zu. An den steilen Felswänden unterhalb des Ortes Beli bauen Gänsegeier im Herbst ihre Nester. Die Segler mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern sind auf der Insel allenthalben zu beobachten. Der Ort Cres verströmt das Flair seiner venezianischen Vergangenheit – mit dem Palazzo Arsan-Petris, in dem sich das Stadtmuseum befindet, dem Hafen Mandrac und dem Campanile der Pfarrkirche Maria Schnee. Die Insel Rab ist geprägt vom steilen, vegetationslosen Osten und dem üppig grünen, gewellten Westen. Die kleine Inselhauptstadt ist bis heute von venezianischen Mauern umgeben, ihre Unverwechselbarkeit erhält sie durch vier Kirchtürme, die aus der Ferne wie Masten eines Segelschiffes wirken.

Während eines Bummels durch die Altstadt kommt man am Palast Dominus Nimira vorbei, einem Stadtpalais venezianischer Spätgotik. Unbedingt sehenswert sind die romanische Kathedrale Sveti Marija Velika mit sechsstöckigem Campanile, dessen Fenster nach oben hin zunehmen, und der Hafenplatz mit dem alten Torturm. Das Wasser an den Sand- und Kiesstränden der Westküste Istriens besticht durch seine Klarheit. Pula, die einzige größere Stadt, befindet sich an der Südspitze. Bis heute versteht sich Triest als heimliche Hauptstadt Istriens. Im Binnenland empfiehlt sich ein Besuch des altertümlichen Ortes Buje mit seinen noch immer intakten Wehrmauern aus dem Mittelalter. Nicht minder reizvoll sind Erkundungstouren in die Städte Groznjan, Motovun, Roc oder Porec.

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