Masuren - Schwäne am Löwentinsee
Ostseeküste in Ostpommern

Pommern und die Masuren

Namensgeber für Pommern, das die Region der Ostseeküste und deren Hinterland umfasst, waren die slawischen Pomoranen, die etwa im 6. Jahrhundert hier einwanderten. Geschichtlich gesehen unterscheidet man zwar die Pommerellen und Westpommern, für Touristen ist diese Trennung allerdings zweitrangig. Nahezu jede Reise führt zur so genannten „Dreistadt“, die aus der Hafenstadt Gdynia, Zoppot und Gdansk besteht.

Gdynias Sehenswürdigkeiten reihen sich vor allem entlang der Mole auf. Im Norden, am Pommerschen Kai sind zwei Museumsschiffe vertäut, auf der Südseite lohnt das Ozeanografische Museum mit seiner vielfältigen Muschelsammlung einen Besuch. Am Fuße des 52 Meter hohen Steinberges – mit Aussichtsplateau – befindet sich das Museum der Kriegsmarine.

Sopot genießt den Ruf des elegantesten und traditionsreichsten polnischen Badeortes. Wahrzeichen des Ortes ist die über 500 Meter lange Mole, die den Blick auf weite Küstenteile freigibt. Als grüne Lunge von Sopot – Jahrzehnte für das im Juli stattfindende Liederfestival auf der Waldbühne bekannt – gilt der Polnocny-Park, der neben dem imposanten Grand-Hotel beginnt.

Gdansk ist nicht nur als wichtiger Ostseehafen bekannt, in den 80er Jahren machte die Stadt vor allem als »Wiege« der unabhängigen Gewerkschaft „Solidarnosc“ weltweit Schlagzeilen. In der nach dem Zweiten Weltkrieg sorgfältig rekonstruierten Altstadt finden sich zahlreiche, teilweise einzigartige, Bauwerke. Die prächtigsten reihen sich entlang des Königsweges, den man auch für einen Stadtrundgang nutzen sollte. Er beginnt am Hohen Tor, führt über die Langgasse und den Langen Markt zum Grünen Tor.

Das Zentrum der „Rechtstadt“ bildet der Dlugi Targ zwischen Rathaus und Grünem Tor mit seinen prächtigen Patrizierhäusern. In unmittelbarer Nähe wurden der Artushof und der barocke Neptunbrunnen in alter Schönheit wieder errichtet. Die Marienkirche ist eine der größten gotischen Sakralbauten Europas und bietet 25.000 Menschen Platz. Ein weiteres Zeugnis gotischer Baukunst befindet sich in der Alten Vorstadt. Die Dreifaltigkeitskirche sollte man wegen ihrer Giebel und des mittelalterlichen Gestühls besuchen.

Die nicht minder attraktive Altstadt lässt sich vom Hauptbahnhof aus erschließen und führt über das Rathaus zur Alten Mühle, 1350 vom Deutschen Orden auf einer Insel errichtet. Nicht versäumen sollte man einen Abstecher zum Hafen auf der Westerplatte. Ein Denkmal (mit herrlichem Blick auf Hafen und Bucht) erinnert daran, dass hier am 1. September 1939 um 4.45 Uhr der Zweite Weltkrieg begann. Ganz im Süden der Danziger Bucht liegt Elblag, einst wichtiges Industriezentrum Ostpreußens. Empfehlenswert ist eine Fahrt auf dem 67 Kilometer langen Kanal zwischen Elblag und Ostroda, auf dem 100 Meter Höhenunterschied überwunden und die Schiffe teilweise über Land gezogen werden.

Über die Zahl der Masurischen Seen wird bis heute gestritten. 1000 behaupten die einen, drei mal mehr sagen die anderen. Einig ist man sich über die Masuren als Naturparadies. Dunkle Wälder, klare Seen, unberührte Natur, aber auch historische Städte und mächtige Kreuzritterburgen prägen die Region im Nordosten, die bis 1945 zu Ostpreußen gehörte. Olsztyn ist quasi touristisches Pflichtprogramm. Auf der mächtigen Domherrenburg mit Masurenmuseum und herrlichem Kreuzgewölbe lebte Nikolaus Kopernikus. Zu Ehren des Astronomen ließ die Stadt ein modernes Planetarium errichten, in dem regelmäßig Vorführungen stattfinden. Die Kathedrale St. Jakobus in der Nähe des Marktes war mehrere Jahre Wirkungsstätte von Kardinal Glemp.

Eine halbe Fahrtstunde entfernt informiert in der Kleinstadt Olsztynek ein wunderschönes Freilichtmuseum über hiesige Bautraditionen – ausgestellt sind originale Gehöfte, aber auch Kirchen und Windmühlen. Wenige Kilometer südwestlich weht der Atem mittelalterlicher Geschichte. Auf einer Bergkuppe erinnert ein Denkmal an die 1410 hier ausgetragene Schlacht von Grunwald. Ein Museum präsentiert Waffen jener Zeit und rekonstruiert den Verlauf der Schlacht anhand von Schautafeln und Modellen. Zu den interessantesten Architekturensembles Europas zählt das gotische Rathaus in Torun, auch als Geburtsort Kopernikus – bekannt. Sehenswert sind vor allem die Bürgerhäuser am Altstadtmarkt. In einem der ältesten Häuser, dem „Trzy Korony“ (Nr. 17) logierten schon August der Starke und Peter der Große. Die Johanneskirche ist der Stolz der einstigen Hansestadt.

Häufiger Bestandteil einer Masurenrundfahrt ist die Besichtigung der so genannten Wolfsschanze. In den gigantischen Bunkeranlagen in den Wäldern bei Rastenburg befand sich das „Führerhauptquartier“, hier wurde auch das Attentat auf Hitler verübt. Die größten Bunker verfügen über sechs bis acht Meter mächtige Decken. Nahe Rastenburg lohnt die Wallfahrtskirche Heiligelinde einen Besuch. Mit ihrer italienisch anmutenden Barockarchitektur bietet sie in der masurischen Landschaft ein eher ungewohntes Bild. Die Schifffahrtswege über die Masurischen Seen führen an einer sprachlos machenden Landschaft vorüber. 70.000 Hektar des Gebietes sind als Naturpark ausgewiesen, südöstlich von Mikolajki befindet sich eine der größten Schwanenkolonien Europas, und auch die seltenen Kormorane schätzen eine der Inseln als Nistplätze.

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