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Zu den reizvollsten Gebirgen Böhmens zählt das Riesengebirge entlang der polnischen Grenze, die Heimat von Rübezahl. Doch weil ihn böse Menschen einst vertrieben, wurde er schon lange nicht mehr gesehen, der mal launische, mal gutmütige, stets mit sich selbst in Widerspruch stehende Herr der Berge. Und so werden ihn auch die Besucher von Spindleruv Mlyn kaum antreffen.
Am Anfang aus ein paar Berghütten bestehend, kann Spindlermühle inzwischen locker neben mondänen Alpenwintersportorten bestehen. Das größte Skigebiet Tschechiens lässt auch das Herz von Wanderfreunden höher schlagen. 180 km markierte Wege führen durch die herrliche Natur. Vor allem aber dient das Städtchen als Ausgangspunkt zu einer Tour auf die Schneekoppe, die höchste Erhebung des Riesengebirges, auf deren Gipfel die Grenze zu Polen verläuft. Die Fernsicht auf den Jeschken und den Milleschauer ist schon fast legendär.
In nordwestliche Richtung empfiehlt sich ein Abstecher nach Harrachov. Das Bergstädtchen im Tal der Mummel machte sich mit exklusivem mundgeblasenen Glas und Lampen weltweit einen Namen. Eine Werkstatt aus dem Jahre 1895 macht mit der Glasschleiferei bekannt, das sich anschließende Museum präsentiert gläserne Prunkstücke made by Harrachov. Über den schönsten historischen Stadtkern aller Orte des Riesengebirges verfügt Nachod. Vom Hauptplatz mit Altem und Neuem Rathaus, und der Pfarrkirche, führen über 300 Stufen zum Schloss. Der im Zusammenhang mit Wallenstein bekannte Ottavio Piccolomini baute das Gebäude prunkvoll um – sehenswert der Spanische Saal, die Kapelle und das Schlosstheater.
Adrspach wurde wegen seiner bizarren Sandsteingebilde berühmt. Den Steinformationen verlieh die Phantasie der Besucher seltsame Namen, wie „Betender Mönch“, „Zahnloses Weib“, „Teufelspforte“ oder „Liebespaar“. Nicht minder sehenswert sind die Prachower Felsen. Markierte Wege führen entlang von Türmen, Säulen und Grotten zu herrlichen Aussichtspunkten oder tiefen Schluchten. Zu den schönsten gehört zweifellos die nach Kaiser Franz II. benannte Kaiserschlucht. Janske Lazne dürfte vor allem Kurgästen nicht unbekannt sein. 30 radioaktive Thermalquellen lindern Stoffwechsel- und Nervenkrankheiten.
Für einen weiteren Tagesausflug sollte man Bouzov vormerken. Die Ursprünge der Wehrburg reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Während des Zweiten Weltkrieges von der SS okkupiert, präsentiert sich die Burg heute wieder bestens restauriert im Stil der „Butzenscheiben-Romantik“.

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