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Will man einmal eines der sieben Weltwunder besichtigen, muss man nach Ephesos fahren.
Ursprünglich war sie eine Hafenstadt und lag direkt am Meer, doch auf Grund klimatischer und seismischer Veränderungen liegt sie mittlerweile einige Kilometer entfernt vom Meer.
Heute stellt Ephesos eine der touristischen Hauptattraktionen der Türkei mit mehreren Hunderttausenden Besuchern jährlich dar. Dieser Tatsache Rechnung tragend, versuchte man im Sinne einer Restaurierung nach modernen Gesichtspunkten auch in der Präsentation der antiken Ruinen neue Wege zu beschreiten. Dies trifft insbesondere auf den Wiederaufbau (Anastilosis) der sog. Celsus-Bibliothek aus dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr. zu. Es handelt sich dabei nicht nur um ein Bibliotheksgebäude, sondern gleichzeitig um das Grab des Stifters Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus.
Zu den öffentlichen Gebäuden, die im Stadtgebiet freigelegt wurden, gehören am sogenannten „Staatsmarkt“ unter anderem das Bouleuterion, der Versammlungsraum des Stadtrates, und das Prytaneion, die Amtsräume der führenden Repräsentanten der Stadt. Neben privaten Wohnbauten (von denen die Hanghäuser ein Beispiel luxuriöser Wohnkultur darstellen) wurden die antiken Straßenzüge, wie etwa die Kuretenstraße, von weiteren öffentlichen Bauten gesäumt. Dazu zählen monumentale Brunnenanlagen (Nymphaeum Traiani) ebenso wie Tempel, beispielsweise der kleine Hadrianstempel.
Der Artemistempel, eines der sieben Weltwunder, wurde auf einem Sumpfgebiet erbaut, deshalb musste man den Boden vorher absichern. Dazu benutzte man Holzkohle und Lederabdeckungen, bei Tiefgrabungen konnte dies an Hand von Erdverfärbungen bestätigt werden. 120 lange Jahre hat man für den vollständigen Bau gebraucht, der Tempel verfügte zum Schluss über 127 Marmorsäulen, die jeweils 18 m hoch waren und mehrere schwere Querbalken trugen. In der Cella befand sich die aus Weinrebholz gefertigte zwei Meter hohe Artemis-Statue, verkleidet mit reichlich Gold und Silber. Am 21. Juli 356 v. Chr. fiel das Weltwunder Herostratos zum Opfer. Er wollte berühmt und unsterblich werden und deswegen brannte er den Artemistempel nieder. Der Legende nach soll in der gleichen Nacht Artemis die Geburt von Alexander dem Großen überwacht haben und konnte so ihr eigenes Heiligtum nicht retten. Zum Dank leistete er sehr große finanzielle Hilfe, damit der Tempel wieder aufgebaut werden konnte. Doch leider ist heute nicht mehr als eine Säule übrig, die einsam aus dem Sumpf herausragt.

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